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Aktueller Stand Baumaßnahmen in
Kollo, Niger
Der erste Dezember 2009 war ein großer Tag für die Klinik und für Kollo. Nach der Unterzeichnung der Verträge durften wir nur wenige Tage später an der offiziellen Eröffnung der Baustelle teilnehmen. Alle Würdenträger der Stadt Kollo waren anwesend: der Präfekt, der Bürgermeister, der Vizebürgermeister und ein Vertreter des örtlichen Gesundheitsamtes. Gemeinsam mit Pastor Yacouba, der Vorsitzende unserer Partnerorganisation HOSANNA INSTITUT DU SAHEL und dem Architekten Herrn Baré wurde die erste offizielle Baubegehung durchgeführt. Mit großem Interesse fragten sie nach der geplanten Eröffnung des Bettentraktes, der dann 12 Patienten stationär aufnehmen kann. Alle Verantwortlichen wussten um den großen Bedarf und warteten hoffnungsvoll mit uns auf diesen Tag. Die Verbesserung der gesundheitlichen Infrastruktur liegt allen sehr am Herzen; uns wurde erneut größtes Vertrauen und volle Unterstützung ausgesprochen.

Die Unterzeichung des Eröffnungsprotokolls bei kleinen Erfrischungen stellte den Höhepunkt der Zeremonie dar. Alle Anwesenden unterschrieben dieses Dokument, das uns auch offiziell zu Bauherren macht. Bereits am Abend waren die Vorbereitungen in vollem Gange: Betonmischer wurden gebracht, die erste Fuhre Sand, Schläuche, Schaufeln, Gerüste, Generatoren, Schweißgeräte. Nach mehr als einem Jahr, in der die Klinik ohne größere Bauarbeiten in Kollo steht, in dem Patienten und medizinisches Personal die einzigen Besucher auf dem Gelände waren, begann eine neue Phase: Maurer, Glaser, Schreiner, Klempner und Elektriker arbeiten seitdem Wand an Wand mit den Medizinern. Denn die Versorgung der Patienten steht natürlich auch weiterhin im Vordergrund unserer Arbeit.

Um eine kontinuierliche Qualitätssicherung beim Bau zu garantieren, werden wöchentliche Meetings und Baustellenbegehungen durchgeführt. Dabei ist sowohl der Architekt und der Bauleiter anwesend, als auch Pastor Yacouba Seydou als Repräsentant unserer Partnerorganisation HIS. Zudem nimmt humedica regelmäßig an diesen Treffen teil. Die nächste direkte Baubegehung durch einen humedicarepresentant aus Deutschland findet Anfang März statt. Gemeinsam wird die Baustelle kritisch beäugt: Fortschritte beim Bau, kurzfristige Veränderungswünsche und Verzögerungen im Vollzug der Bauarbeiten können so regelmäßig und frühzeitig festgestellt werden. Nach jedem Treffen wird ein Protokoll angefertigt (unterzeichnet von allen Beteiligten), das auch beinhaltet, wieweit jeder Teil des Baues gediehen ist, wo Probleme auftreten könnten und welche Materialien in nächster Zeit gebraucht werden. Auf Grundlage des Kostenvoranschlages wird dementsprechend ausgewertet, wie viel von den geplanten Bauschritten bereits ausgeführt wurden. Diese Protokolle bilden auch die Basis der monatlichen Abschlagszahlung, die humedica direkt an den Architekten der Firma Louxor leistet. Nur diejenigen Positionen des Kostenvoranschlages werden beglichen, die tatsächlich erledigt sind. All diese Unterlagen werden von den Klinikmitarbeitern eingescannt und jede Woche ins Headquarter übersandt, damit auch wir im fernen Deutschland einen Überblick über die Aktivitäten vor Ort haben.

Seit dem Tag der Baueröffnung ist bereits einige Zeit vergangen und viele der Arbeiten wurden erledigt – höchste Zeit für eine Zwischenbilanz, eineinhalb Monate vor dem geplanten Abschluss der Bauarbeiten. Inzwischen sind alle Maurerarbeiten komplett abgeschlossen – der Bettentrakt ist fertig verputzt: Sechs Zweibettzimmer, drei Versorgungsräume und ein kleines Depot für Sauerstoffflaschen stehen solide auf nigrischem Boden. Die Verlegung von Kacheln und Fliesen wurde in den Innenräumen begonnen und in einigen Zimmern bereits abgeschlossen. Metallarbeiten wie Fensterrahmen, Gitter an den Fenstern und Türen sind bereits fertigt gesetzt. Im Bereich Elektroinstallation wurde die zentrale Speisung des Bettentraktes ausgeführt sowie die Kabel in die Zimmer verlegt. Lichtschalter, Steckdosen, Klimaanlagen und Sicherungskasten sind als nächstes an der Reihe.

Die sanitären Anlagen sind ebenfalls weit fortgeschritten: Die ersten Waschbecken und Toiletten sind installiert, das Abwassersystem ist komplett fertig. Duschen und andere kleinere Accessoires fehlen zum jetzigen Zeitpunkt noch und stehen für den nächsten Bauabschnitt an.

Des Weiteren sind die Arbeiten für die Sauerstoffzufuhr im Bettentrakt und im Überwachungsraum auf einem guten Stand: Das Depot ist nahezu fertig, die Verlegung von Sauerstoffleitungen wurde begonnen. Dadurch sollen drei der sechs Zimmer mit Sauerstoff ausgestattet werden, um Patienten mit kritischem Gesundheitszustand optimal versorgen zu können.

Alles in allem gibt es nur wenige Bereiche des Baus, die noch nicht begonnen wurden. Allein Malerarbeiten und das Setzen von Fenstern konnten noch nicht in Angriff genommen werden – dies wird der letzte Arbeitsschritt vor Abschluss des Baus.

Insgesamt konnten zum Stand des 10.02.2010 66,45 % aller Arbeiten erledigt werden.

Vielen herzlichen Dank für Ihr beispielhaftes Engagement für die Klinik in Kollo, ohne die all dies nicht möglich wäre!

Bettenstation COMPLEXE DE SANTE KOLLO - PDF zum Download

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